Der Ehrenhof zwischen den Seitenflügeln wurde mit einer unterkellerten Terrasse mit großer Freitreppe überbaut und das Schloss der NSDAP-Ortsgruppe überlassen, die einen Fahnensaal im Obergeschoss einrichtete und das Schloss zum Sitz etlicher NS-Organisationen machte. Vermutlich in dieser Phase wurden Veränderungen der Raumaufteilung im Erdgeschoss des Ostflügels vorgenommen und hölzerne Unterfangungen eingezogen. Die zeitweise als Unterbau der Terrasse verwendeten Grabsteine wurden nach dem Krieg wieder entfernt und auf den jüdischen Friedhof zurückverbracht.

1951 wurde das Gebäude erneut renoviert, bevor das Stadt- und Kreismuseum der Stadt Dieburg zusammen mit einigen weiteren Einrichtungen einzog. Wie aus Schreiben des Museumsleiters an den damaligen Kreisdenkmalpfleger Dr. Müller hervorgeht, wurde zunächst die Hauptfassade restauriert, im folgenden Monat dann eine Sanierung mit weitgehendem Substanzaustausch am Treppenhaus vorgenommen. In den 60er Jahren mussten im Westflügel aufgrund von Baufälligkeit Stahlunterzüge zur mittigen Unterstützung der überlasteten Deckenkonstruktion eingebaut werden. Diese lagern auf Pfeilern, von denen einer durch die Gewölbetonne in den Renaissance-Keller geführt wurde. Fenster wurden ausgetauscht.

1971 wurden die nördlichen Nebengebäude abgebrochen und der Zugang im Obergeschoss vermauert; die reparaturbedürftigen Läden wurden entfernt und im Keller eingelagert. Zehn Jahre später wurde die Fassade zum letzten Mal neu geputzt und gefasst. Der Festsaal erhielt seine derzeitige Überfassung 1984; 1985 wurde als letzte größere Maßnahme die Heizanlage eingebaut.

In der neueren Vergangenheit wurde das gesamte Gebäude mit Ausnahme des Saales vom Stadtmuseum als Verwaltungs-, Ausstellungs- und Lagerräume genutzt.


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